NEMAS-Innovationstreff zum Thema Künstliche Intelligenz

Das Thema Künstliche Intelligenz (KI) stand im Mittelpunkt des 5. NEMAS-Innovationstreff. Gastgeber für rund 70 Maschinenbau-Unternehmer aus Südwestfalen war die Heinrich Georg GmbH in Kreuztal. Das Netzwerk Maschinenbau Südwestfalen (NEMAS) hatte zudem Experten von Universitäten und Unternehmen aus Siegen, Dortmund, Bochum und Aachen eingeladen, die Mitglieder und Gäste über die Möglichkeiten des Einsatzes von Künstlicher Intelligenz im Maschinen- und Anlagenbau informierten.

Dass es sich um ein wichtiges Zukunftsthema handelt, betonte Prof. Dr. Ulf Lorenz, der an der Universität Siegen den Lehrstuhl für Technologiemanagement inne hat. Andere Länder – insbesondere die USA – seien Deutschland dabei voraus. Aber der Zeitpunkt, sich jetzt mit KI zu beschäftigen sei günstig, denn die Voraussetzungen, sie in die Produktionsabläufe zu implementieren, seien gut, weil Maschinen immer schneller lernen und die Rechenkapazitäten, sowohl bei der Hard- als auch bei der Software, immer leistungsfähiger würden.

Aber auch wenn es ein wichtiges Thema für Unternehmen ist, sollte nichts überstürzt werden: Simon Fahle, Mitarbeiter des Lehrstuhls für Produktionssysteme an der Ruhr-Universität Bochum, betonte, dass KI-Netzwerke sinnvoll trainiert werden müssen und ihr Einsatz deshalb sorgfältig geplant werden müsse. Anwender sollten sich vorher genaue Gedanken machen, welche Daten erhoben werden, um das System nicht durch überflüssige Fakten falsch zu trainieren. Dennoch sollte man keine Scheu davor haben und „einfach anfangen“. Die Auswahl an Open-Source-Software für die ersten Schritte der Datenerhebung, -verarbeitung und -analyse sei groß und biete daher vielfältige Möglichkeiten. Im zweiten Teil des Treffens ging es um konkrete Anwendungsbeispiele.

Um den dynamischen Marktveränderungen besser Rechnung tragen zu können, hat die Firma Georg in diesem Jahr eine Umstrukturierung vorgenommen. Personal- und Marketingchef Thomas Kleb erläuterte die eher funktional und auf Synergien ausgerichtete flache Organisationsstruktur und hob die veränderte Arbeitskultur und das neue Rollenverständnis von Führungskräften hervor. Um den Anschluss an die internationalen Märkte zu halten und zu optimieren, wurde ein eigenes Innovationsteam mit fünf Leuten ausgegliedert, das interdisziplinär aufgestellt ist. Diese agierten auftragsunabhängig, aber in enger Abstimmung mit den Produktbereichen, und hielten permanent nach neuen Geschäftsmodellen, Produkten oder auch nach „gefährlichen Technologietrends“ für die eigene Produktfamilie Ausschau, erläuterten Dr. Matthias Wennemer, Leiter „GEORGinnovation“, und Marketingleiter Thomas Kleb. Beim Betriebsrundgang mit dem CTO von Georg, Dr. Wieland H. Klein, zeigten sich die Gäste beeindruckt von den Produktionsabläufen des Maschinenbauers. Im Durchschnitt dauere der Bau einer Anlage, die in die ganze Welt exportiert werden, zwölf bis 13 Monate. Die Auftragslage sei nach wie vor gut, obwohl zu spüren sei, dass es weniger werde, so Klein. Der Vorteil für das mittelständische Unternehmen, das am Standort in Kreuztal rund 400 Mitarbeiter beschäftigt, liege darin, dass man Kunden aus vielen Branchen bediene und nicht von der Automobilbranche abhängig sei.

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